UX Design

„UX“ steht für User Experience und ist derzeit DIE innovative Design-Disziplin mit der sich auch richtig Geld verdienen lässt. Bei genauerem Hinsehen allerdings: das hat es schon immer gegeben nur hatte man früher noch keinen griffigen Anglizismus dafür. Man sprach von bedienungsfreundlich, funktional, nutzerorientiert, etc. diese Adjektive klingen vergleichsweise unsexy, hatte sich aber auch schon das Bauhaus in den 30ern auf die Fahnen geschrieben.

Das zentrale Element des Design-Prozess‘ sollte immer der Benutzer sein. Design verfolgt immer ein Ziel, einen Mehrwert, sonst ist es Kunst! Design will orientieren, informieren, optimieren oder eben verkaufen. Unabhängig davon, ob es subjektiv gefällt oder nicht, lässt sich Design auch immer objektiv bewerten: funktioniert es oder funktioniert es nicht? Erreicht es den Zweck, den es erreichen soll, dann ist es gutes Design und das gelingt in der Regel dann, wenn der Benutzer im Fokus steht.

Bei den neuen medialen Schnittstellen hat dieser Fokus einfach nur an Bedeutung gewonnen, da eine bewusstere Interaktion und damit – im negativen Fall – ein bewussteres Scheitern stattfindet und die Frustrations- und Toleranzgrenze des „Users“ und der Zielgruppe deutlich geringer ist als bei den klassischen Medien. Dort geht es um Parameter wie Leserichtung und Texthierarchien, die die Benutzerfreundlichkeit definieren. Das interdisziplinäre, medien- und schnittstellenübergreifende Denken ist heute ohnehin unbedingter Bestandteil des Designprozess‘ und keine eigenständige Disziplin.

Heute begegnet mir der Begriff fast ausschließlich im Zusammenhang mit Marketing und meist kann man ihn tatsächlich darauf reduzieren beziehungsweise mit „Marketing“ gleichsetzen. Es geht um den kommerziellen Zweck und darum, Verkaufsprozesse zu optimieren und den agilen und skalierten Unternehmen und Anbietern dieser, Welt reibungslos  und ohne Verluste möglichst viele und neue Kunden durch den UX-optimieren „Funnel“ zu spülen. 

Sicher, unter Umständen ist es das einzige Ziel von Design, zu „verkaufen“, hier ist es aber ein weiteres Beispiel für den inflationären Gebrauch des Design-Begriffes und wird dem ganzheitlichen Verständnis und Anspruch, den ich mir bei dieser Disziplin wünsche, in keinster Weise gerecht.

Kurz: Unabhängig davon, ob es um ein Plakat oder ein Interface geht, kann und darf sich meines Erachtens jeder Designer, dessen Gestaltung am Benutzer und dessen Bedürfnissen orientiert ist, „UX-Designer“ nennen.